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Nach Doku “A Jihad For Love”: Morddrohungen gegen Regisseur
17.40.28

Nach Doku “A Jihad For Love”: Morddrohungen gegen Regisseur






Letzte Woche wurde am britischen Sender “Channel 4″ der Dokumentarfilm “A Jihad For Love” ausgestrahlt, der die Lebenssituation von Schwulen und Lesben in inslamischen Ländern thematisiert und sich küssende und Händchen haltende schwule Männer zeigt. Nach der Ausstrahlung wurden gegen den Regisseur Parvez Sharma Todessdrohungen ausgesprochen. Scharfe Kritik hagelte es auch einem Imam der Baitul-Futuh-Moschee in der Grafschaft Surrey.

Die  preisgekrönte Dokumentation, u.a. bester Film am “Tri-Continental  Film Festival India oder “Beste Dokumentarfilm am LGBT Filmfestival Turin, zeigt die Folgen von Homosexualität in islamischen Ländern, wie Folter oder Verfolgung, sowie erzählt die Geschichte von homosexuell empfindenden Menschen. Im Iran oder anderen islamischen Ländern wurden bekanntlich schon mehrfach homosexuelle Männer hingerichtet. Die Reaktion in islamischen Kreisen in Europa war heftig.

Todesdrohungen gegen Regisseur

Nach Ausstrahlung der Dokumenation “A Jihad For Love” ging es rund auf der Homepage von Regisseur Parvez Sharma. Ein Imam des größten islamischen Gotteshauses Europas erklärte der Zeitung “Star” (via):

“Diese Leute sollten ihre Sünden nicht im Fernsehen beichten. Sie sollten es privat tun und Gott um Vergebung bitten.”

Am Blog von Parvez Sharma gingen nach Ausstrahlung wüste Beschimpfungen und zahlreiche Todesdrohungen ein. So hieß es beispielsweise:

“Parvez Sharma is going to die such a bad death, one that will startle those that dared to support him. Watch out paddy! every Devout Muslim from here to Azerbaijan will be hot on your trails trying to you from the face of this earth, we know what you look like so I guess thats a start. If I ever see you and your homo-herd in public I’m going to tie a noose around your bits collectively, tie the other end to the tow bar of my car and drive off leaving off leaving you without your pistols”

Hier der Trailer des Dokumentar-Films “A Jihad For Love” von Parvez Sharma:





(Quelle: YouTube)

Diese Reaktionen zeigen, dass gegen Hetzer in Moscheen mit rechtsstaatlichen Mitteln zu reagieren ist. Ebenso muss gegen Todesdrohungen ermittelt werden. Muslimische MitbürgerInnen müssen sich - so wie alle anderen auch - gemäß den gesellschaftlichen und rechtlichen Normen des Staates verhalten. Wenn jemand gegen diese Grundprinzipien der freien Meinungsäußerung, der Gleichstellung von Schwulen und Lesben auftritt, müssen die Glaubensgemeinschaften entsprechend reagieren und Hetzer abberufen. Damit sind nicht nur islamische Glaubensgemeinschaften gemeint. Ähnliches gilt auch z.B. für Vertreter der röm.kath. Kirche. Auch diese haben in den letzten Wochen und Monaten verstärkt gegen eine liberale, aufgeklärte Gesellschaft gewettert bzw. die aufgeklärte Gesellschaft in Frage gestellt.

Politik ist gefordert

Für Diskriminierungen, Homophobie und Diffamierungen darf kein Platz in einer Gesellschaft sein. Gerade diese Reaktionen und Äußerungen von Glaubensvertretern im Islam oder auch der röm.kath. Kirche zeigen, dass Aufklärungskampagnen wichtig sind. In Berlin startet nun eine der größten Aufklärungs- und Toleranzkampagnen überhaupt, mit tausenden Plakaten und Informationen auf der Kampagnen-Homopage zeig-respekt.de. Auch in Wien ist für die nächsten Monaten eine Toleranzkampagne gegen Homophobie geplant, wie ein Kommentar auf meinem Blog versprach.

Doch auch die Politik ist aufgerufen, endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen für vollkommene Gleichstellung zu schaffen. Modernisierung des Zivilgesetzgebung für Partnerschaften. Dies impliziert die Öffnung der Ehe sowie Etablierung eines neuen Partnerschaftsmodells, welches Homo- und Heteropaaren offen steht. Doch eine der beiden Regierungsparteien weigert sich beharrlich die gesellschaftliche Realität anzuerkennen.

(Bildquelle: A Jihad For Love)


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